Glossar

 

Arthrose

Der Begriff Arthrose bezeichnet einen „Gelenkverschleiß“, der das altersübliche Maß übersteigt. Ursächlich werden ein Übermaß an Belastung (etwa erhöhtes Körpergewicht), angeborene oder traumatisch bedingte Ursachen, wie Fehlstellungen der Gelenke, oder auch knöcherner Deformierung durch Knochenerkrankungen wie Osteoporose gesehen. Die Arthrose kann ebenfalls als Folge einer anderen Erkrankung, beispielsweise einer Gelenkentzündung (Arthritis) entstehen oder mit einer überlastungsbedingter Ergussbildung einhergehend Grundsätzlich können alle Gelenke von arthrotischen Veränderungen betroffen werden. In Deutschland ist die Erkrankung am häufigsten im Kniegelenk lokalisiert. Bei der Arthrose führt eine anfängliche Knorpelschädigung im weiteren Verlauf zu Veränderungen am Knochen.

 

Arthroskopie (Gelenkspiegelung)

Bei der Arthroskopie wird durch einen kleinen Schnitt ein Endoskop mit einer Kamera in das zu behandelnde Gelenk eingeführt. Über diese Sonde können dann mögliche Schäden unmittelbar erkannt und auch behandelt werden. Medikamente und Instrumente gelangen über einen kleinen Zusatzschnitt direkt an ihren Einsatzort und können dann unter Sicht eingesetzt werden.

 

ASSIP

 

American Society of Interventional Pain Physicians, zertifierte amerikanische Schmerzgesellschaft. Praktische Anwendungen interdisziplinäreren Schmerzmanagements, sowie Diagnostik und Therapie.

 

Computertomographie (CT):

Die Computertomographie ist ein schnitt- bildgebendes Verfahren, durch die rechner- basierte Auswertung einer Vielzahl aus verschiedenen Richtungen aufgenommener Röntgenaufnahmen eines Objektes wird ein dreidimensionales Bild erzeugt. Die Computertomographie ist traditionell eine diagnostische Methode und wird zunehmend bei Therapien als bildgebende Modalität eingesetzt. Mit der Computertomographie können einerseits die Veränderungen im Körper zwecks Diagnostik und andererseits die Nadel, Drainage und Instrumente sichtbar gemacht werden – dadurch lassen sie sich im Körper sicher und präzise platzieren.

Diskografie:

Die Diskographie ist eine geeignete Methode, um die therapieresistenten Rückenschmerzen zu diagnostizieren, die durch degenerierte Bandscheiben verursacht werden. Gleichzeitig kann im Falle eines Bandscheibenvorfalls die Indikation zur perkutanen Dekompression gestellt werden.

Facettengelenksblockade (FAB, Wirbelgelenksblockade)

Die Indikation zur Facettengelenksbehandlung besteht bei chronischen oder akuten Nacken-, Brust- oder Rückenschmerzen infolge der Arthrose der Wirbelsäule. Die Patienten leiden oft unter belastungsabhängigen Schmerzen, ohne Ausstrahlung in die Arme oder in die Beine. Meist sind die Schmerzen morgens nach dem Aufwachen besonders stark, lassen im Laufe des Tages erst nach, nehmen aber bei Belastung wieder in ihrer Intensität zu. Eine Taubheit oder ein Kribbeln verneinen die meisten Patienten dabei.

Fibromyalgie

Die Fibromyalgie ist eine chronische, nichtentzündliche Schmerzerkrankung, die nicht mit dem Begriff „Weichteilrheumatismus“ gleichzusetzen ist. Das Fibromyalgiesyndrom (FMS) ist eine schmerzhafte Erkrankung der Bewegungsorgane, oftmals verbunden mit Bewegungseinschränkungen. Diese Definition ordnet die Erkrankung dem rheumatischen Formenkreis zu. Eine enger gefasste Definition des Rheumabegriffs fordert zusätzlich das Vorliegen einer entzündlichen Genese. In diesem engeren Sinne stellt die Fibromyalgie keine rheumatische Erkrankung dar.

FIPP

Fellow of interntional pain practice, zertifizierter Titel für interventionelle Schmerztherapie

Interventionelle Schmerztherapie

 Die interventionelle Schmerztherapie ist eine relativ junge Fachdisziplin, die sich
innerhalb der modernen Schmerztherapie etabliert hat. Sie zeichnet sich meist durch
lokale Injektionstechniken, minimal invasive, perkutane (durch die Haut) Behandlungs-
techniken und die stetige begleitende Bildgebung in den Behandlungen aus. Durch die
gezielte Injektion bzw. Behandlung der schmerzhaften Stellen lässt sich nicht selten die
Schmerzquelle direkt diagnostizieren und behandeln. Durch das Beherrschen der
Behandlungsmethoden und der genauen Kenntnisse der Pharmazeutika kann der
interventionelle Schmerztherapeut Komplikationen vermeiden bzw. möglichst gering halten. Die effektive Behandlung vermeidet die Nebenwirkungen und Komplikationen,
die medikamentöse Schmerzbehandlung oder Operationen hervorrufen können.
Dadurch kann der Patient wieder aktiv werden.

Kernspintomographie (MRT):

Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist ein bildgebendes Verfahren, das vor allem in der medizinischen Diagnostik zur  Darstellung von Struktur und Funktion der Gewebe und Organe im Körper eingesetzt wird. Mit der MRT kann man Schnittbilder des menschlichen Körpers erzeugen, die eine Beurteilung der Organe und vieler krankhafter Organveränderungen erlauben. Die Magnetresonanztomographie basiert auf sehr starken Magnetfeldern sowie elektromagnetischen Wechselfeldern im Radiofrequenzbereich, mit denen bestimmte Atomkerne angeregt werden. Empfangen werden extrem schwache elektromagnetische Felder, die von den angeregten Atomkernen ausgesendet werden. Im Gerät wird keine Röntgenstrahlung oder andere ionisierende Strahlung erzeugt oder genutzt.

Knochendichtemessung (Osteodensitometrie):

Bei der Knochendichtemessung wird der Mineralgehalt der Knochen an einer repräsentativen Stelle (Unterarm oder Wirbelkörper) gemessen und mit dem durchschnittlichen Alterswert verglichen. Anhand der Messdaten kann in Abhängigkeit von körperlichen Beschwerden, Vorerkrankungen und dem Alter des Patienten eine Osteoporosetherapie erarbeitet werden.

Konservative Maßnahmen

Behandlungsformen, die ohne Eingriff auskommen. Zum Beispiel: Krankengmnastik, Physikalische Therapie, Schmerz stillende Spritzen oder orthopädisch-technische Hilfsmittel wie Korsette.

PLDD (Perkutane LaserDiskusDekompression)

Die PLDD ist eine Maßnahme zur Größenreduktion und Druckentlastung des Bandscheibenkerns mit Hilfe der Laserenergie. Durch Verdampfen des gallertigen Bandscheibengewebes und dem gleichzeitigen Veröden der in das Bandscheibenfach sekundär gewachsenen schmerzhaften Nerven, kann eine Schmerzreduktion erfolgen.

Minimal-invasive Behandlung:

CT-gesteuerte Nervenwurzelbehandlung, Periradikuläre Therapie (PRT) und epidurale Injektion Die Indikation zur PRT besteht bei Nervenwurzelreizsyndromen. Diese entstehen meist bedingt durch einen Bandscheibenvorfall und/oder Einengung der Nervenwurzeln infolge der degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule (Spinalkanalstenose = Einengung des Rückenmarkkanales / Foramenstenose = Einengung der Nervenaustrittstelle aus der Wirbelsäule).


Osteoporose

Osteoporose bzw. Knochenschwund ist eine Knochenerkrankung, die die Knochen so schwächt, dass diese bei den Belastungen des Alltagslebens brechen können. Derartige Brüche treten bevorzugt an der Wirbelsäule auf und schädigen vor allem die lasttragenden Wirbelkörper.

Orthokin(R)-Therapie

Bei der Orthokin(R)-Therapie produzieren die Blutzellen des Patienten den Wirkstoff gegen die Arthrose selbst. Häufig ist Arthrose von Entzündungsprozessen begleitet, die den Gelenkverschleiß voran treiben und Schmerzen auslösen. An diesen Entzündungen sind bestimmte Botenstoffe des Immunsystems beteiligt, vor allem das so genannte Interleukin-1, kurz IL-1. In der Regel herrscht im Körper ein Gleichgewicht zwischen diesem Botenstoff und seinem natürlichen Gegenspieler, dem IL-1Ra ("Ra" steht für "Rezeptor-Antagonist", der Hemmstoff verhindert also, dass der Körper auf IL-1 reagiert). Arthrose-Patienten haben jedoch meist zu wenig von diesem Gegenspieler im betroffenen Gelenk. Bei der Orthokin-Therapie wird deshalb das Patienten-Blut mit einer speziellen Spritze entnommen, deren Innenseite die Blutzellen zur Produktion des gewünschten IL-1-Gegenspielers anregt. Anschließend wird der Wirkstoff im Labor etwa 100fach angereichert und schließlich dem Patienten in sechs bis acht Portionen im Abstand von jeweils einer Woche hochsteril in das betroffene Gelenk gespritzt. Die Firma, die das Verfahren entwickelt hat, nennt den angereicherten Hemmstoff "Orthokin".


Periradikuläre Therapie (PRT, Injektionstherapie)

Nervenreizungen im Bereich der Hals- oder Lendenwirbelsäule bewirken oft starke, hartnäckige Schmerzen. Diese Schmerzen können mit der Periradikulären Therapie behandelt werden. Über eine Injektionsnadel wird dabei der gereizte und entzündete Nerv mit einer Wirkstoffkombination umspült. Die präzise Ausrichtung der Nadelspitze wird nach Gabe eines Kontrastmittels z.B. computertomografisch überwacht.

Physikalische Therapie

Bei der Physikalischen Therapie sollen die körpereigenen Heilkräfte durch die Anwendung physikalischer Faktoren mobilisiert werden. Zu diesen Faktoren gehören zum Beispiel Wärme und Kälte, Ultraschall- oder Elektrotherapie.

Rheuma

Mit Rheuma werden ganz allgemein Beschwerden am Stütz- und Bewegungsapparat mit fließenden, reißenden und ziehenden Schmerzen einhergehen.

Schleudertrauma

Als Schleudertrauma werden Krankheitssymptome (Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel, Sprachstörungen, Gangunsicherheit und viele weitere) bezeichnet, die nach einer Beschleunigung und Überstreckung des Kopfes meist während eines Autounfalls, typischerweise eines Heckaufpralls – ohne direkte Schädigung von Schädel, Gehirn, Rückenmark und Halswirbelsäule – auftreten. Es ist die häufigste Komplikation nach Autounfällen und eine gefürchtete Ursache chronischer Behinderung, wobei bis heute der Grund für diese Chronifizierung, die bei einigen dieser Verunfallten auftritt, unbekannt, aber heftig umstritten ist.

Stoßwelle

Genauso wie Lichtstrahlen können auch Schallwellen durch Linsen gebündelt werden. Auf diese Weise kann der Schall zu einer Stoßwelle gebündelt werden, die sehr starke Kräfte ausüben kann. Bei der Stoßwellentherapie wird die Stoßwelle eingesetzt, um diese Kräfte im Körperinneren einzusetzen. Häufig geschieht das bei der Zertrümmerung von Nierensteinen, jedoch können seit jüngerer Zeit auch Verkalkungen in den Weichteilen von Schulter oder Ferse damit behandelt werden.


Spinalkanalstenose

Die Spinalkanalstenose beschreibt eine Verengung des Wirbelkanales. Sie tritt beim älteren Menschen meistens im Bereich der Lendenwirbelsäule auf. Das häufigst betroffenen Segmente sind zwischen 3. und 4. sowie 4. und 5. , sowie 5.Lendenwirbelkörper und 1. Sakralwirbelkörper.

Thermosonden-Behandlung der Wirbelgelenke (Thermokoagulation der Facettengelenke)

Steht eine degenerative Veränderung eines Wirbelgelenks als Ursache für den Rückenschmerz fest, kann eine Hitzesondenbehandlung der Wirbelgelenke durchgeführt werden. Unter CT-Kontrolle bringt man eine Thermosonde in den Bereich der schmerzenden Nervenfasern. Daraufhin wird der Nerv zur Kontrolle kurz stimuliert, bevor ein örtliches Betäubungsmittel gegeben und die Sondenspitze erhitzt wird. Auf diese Weise wird ein kleiner Bereich verödet, so dass die Leitung der Schmerzfasern unterbrochen wird.

Wirbelgleiten

Eine Spondylolisthesis, umgangssprachlich ein Wirbelgleiten genannt, ist eine Instabilität der Wirbelsäule, bei der das obere Teilstück der Wirbelsäule mit dem Gleitwirbel über das Teilstück unterhalb des Gleitwirbels ventral bzw. vorne abgleitet. Im umgekehrten Fall spricht man von einer Retrolisthesis

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World Institute of Pain, zertifizierte Gesellschaft im Bereich der interventionellen Schmerztherapie

 


© 2009 Praxis für interventionelle Schmerztherapie OWL