CT/Durchleuchtungsgesteuerte perkutane Vertebroplastie

Das neue Verfahren, die Zementstabilisierung (Vertebroplastie/Kyphoplastie) das unter Umständen bei Ihnen zur Anwendung kommt, stellt eine Alternative zu den oben genannten klassischen Behandlungsverfahren dar. Obwohl bereits mehrere Tausend Patienten in Deutschland erfolgreich behandelt wurden, gilt diese Behandlungsmethode noch als experimentell.

Die perkutane Vertebroplastie ist eine Technik zur Stabilisierung von Wirbelkörpern mittels Injektion von Knochenzement. Diese Technik wurde erstmalig im Jahre 1987 von Gallibert und Deramont in Frankreich beschrieben.

Technik der perkutanen Vertebroplastie/Kyphoplastie:

Die Vertebroplastie/Kyphoplastie erfolgt meist in Lokalanästhesie(Örtliche Betäubung) mit leichter Sedierung unter modernen bildgebenden Verfahren wie Computertomographie und Röntgendurchleuchtung.

Zur Intervention werden Sie in speziellen Bauchlage auf dem Tomographentisch gelagert und nach übliche Vorbereitung und sterile Abdeckung des Operationsfeldes, kann mit der Procedere begonnen werden. Nach Lokalanästhesie der Haut, der Muskulatur und der kleinen Wirbelgelenken, wird die spezielle Vertebroplastiekanüle schonend unter Bildsteuerung in dem gebrochenen Wirbelkörper platziert und nach nochmalige Kontrolle, wird zuerst kleine Mengen  Kontrastmittel im Wirbelkörper injiziert um die später Knochenzementverteilungsmuster zu erkennen. Anschließend bereiten wir der spezielle, für die Vertebroplastie bestimmte Knochenzement vor und injizieren wir kleinen Mengen von ca. 3-5 ml. vorsichtig in den porösen gebrochenen Wirbelkörper. Die Zementinjektion erfolgt unter ständigen Bildgebung. Dadurch kann die Verteilung des Zementes in dem Wirbelkörper überwacht werden und beim Austritt kann sofort reagiert werden. Der Zement erreicht eine ca. 90% Festigung bereits nach  einigen Minuten. Die 100% Festigung wird 24 Std. später erreicht.

Durch die Vertebroplastie wird in der Regel ein weiteres Zusammensinken des ehemals gebrochenen Wirbelkörpers verhindert. Heute gehen wir davon aus, dass die Schmerzen durch das Zusammensacken des porösen Knochens und dadurch entstehende Instabilität des Wirbelkörpers verursacht werden. Daher setzt nach unserer Erfahrung schon kurze Zeit nach der Zement-Einspritzung und nach Aushärten des Zements durch die „innere“ Stabilisierung des Knochens eine deutliche Besserung der Beschwerden ein, wobei in 80 – 90 % der Fälle eine deutliche Schmerzreduktion und damit in Folge eine verbesserte Mobilisierung erreicht wird.

Bei der Kyphoplastie wird vor der Zementinjektion mithilfe eines speziellen Ballonkatheters versucht, den höhengeminderten Wirbelkörper wieder etwas aufzurichten. Die Kyphoplastie ist meist invasiver und dadurch komplikationsreicher im Vergleich zur Vertebroplastie. Die Schmerzreduktion durch Stabilisierung des Wirbelkörpers wird in beiden Fällen gleich erreicht.

Ob bei Ihnen die Vertebroplastie oder Kyphoplastie angewandt wird, entscheiden wir vor der Behandlung im Rahmen des Aufklärungsgespräches.


© 2009 Praxis für interventionelle Schmerztherapie OWL